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Berta Haut (1892 – 1941)

Berta Haut wurde 49 Jahre alt.

Zu Berta Haut haben wir Informationen aus dem Gelsenkirchener Melderegister, sie ist in einer „Opferliste zur Euthanasie“ des Bundesarchives aufgeführt, und es gibt eine chronologische Krankenakte mit einem Foto. Daher ist ihr Schicksal auch achtzig Jahre später noch etwas klarer nachvollziehbar.

Berta Haut wurde am 04.März 1892 in Schalke geboren, damals noch eine kleine Ortschaft. Sie war das dritte Kind von insgesamt 9 Geschwistern, die Familie ist katholisch.

Meldekarte von Berta Haut: Auf der Rückseite der Meldekarte von Berta Haut sind ihre unterschiedlichen Dienstsorte abzulesen – auch ihre Einweisung nach Eickelborn, am 16.6.1932
Quelle: ISG, StadtA Ge, Meldekartei aus Gelsenkirchen von 1931-1945.
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August Schwieder (1883 – 1941)

Dieser auf der Grabplatte genannte Name ist leider nicht richtig. Er wurde höchstwahrscheinlich falsch übertragen. Den Akten der Gedenkstätte Hadamar zufolge handelt es sich bei der Bestatteten um Auguste Schneider. Die Geburts- und Sterbedaten stimmen überein.

Auguste Schneider wurde 57 Jahre alt.

Sie wurde am 26. Dezember 1883 in Seedanzig geboren. Damals gehörte dieser Ort zum Regierungsbezirk Königsberg, in der Provinz Ostpreußen. Heute gehört Sedansk zu Polen und liegt in der Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Auguste Schneider wurde ein Opfer der Krankenmorde, der sogenannten Euthanasie. Die Nationalsozialisten sprachen Menschen mit einer Behinderung oder einer psychischen Erkrankung das Recht auf Leben ab.

Die Grabplatte von „Gräberfeld 15“ auf dem Westfriedhof
Foto: ISG
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Helene Wildaczyk (1913 – 1941)

Helene Wildaczyk wurde 28 Jahre alt.

Sie wurde am 11. April 1913 als jüngstes Kind von insgesamt neun Geschwistern in Gelsenkirchen geboren. Sie hatte zwei Brüder und sechs Schwestern. Die Familie lebte in der Löchtestraße, die heutige Werftstraße, im Schalker Norden. Ihr Vater Adalbert war Arbeiter, zum Ende der 1920er Jahre aber wohl arbeitslos.

Im Hausstandsbuch wurde dokumentiert, dass Helen Wildaczyk am 23.11.1928 nach Eickelborn „verzogen“ ist (Geburtsdatum und -ort sind allerdings falsch übertragen worden)
Quelle: ISG, StadtA Ge, HstB In der Luchte.
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Emil Duscha (1901 – 1941)

Emil Duscha wurde 39 Jahre alt.

Am 26. November 1901 wurde er als Sohn von Luise und Christof Duscha in Rotthausen, dem späteren südlichen Gelsenkirchener Stadtteil, geboren. Seine Jugend verbachte der gelernte Vertreter – in den Akten heißt es ebenfalls „Arbeiter“ – in seiner Geburtsstadt. Der Ankerpunkt war wohl das Elternhaus, seit 1917 in der Feldstraße 16 (heutige Grothusstraße) in Gelsenkirchen-Schalke. Mit der Volljährigkeit verließ Emil Duscha seine Heimatstadt jedoch immer wieder: In seiner Meldekarte sind bis 1924 mehrere Aufenthalte in Freistatt-Wehrbleck vermerkt, ebenfalls eine „Fürsorgeprüfung“ am 8. März 1922. In Freistatt-Wehrbleck befand sich ein Ableger der Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, ein Heim für sogenannte Schwererziehbare. Im Sinne der Fürsorgeerziehung sollte diese Einrichtung Eltern unterstützen, die bei der Erziehung überfordert schienen. Warum dies bei Emil Duscha erst im Alter zwischen 18 und 23 Jahren erfolgte, bleibt unterdessen unklar.

Liste der Besitztümer von Emil Duscha bei der Ankunft im Konzentrationslager Buchenwald, 5. Juni 1941
[Akte von Duscha, Emil/Inhaftierungsdokumente/Lager und Ghettos/Konzentrationslager Buchenwald/5798603/ITS Digital Archive, Arolsen Archives]
Doc-ID https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5798603
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Jan Seredzinski (1891 – 1941)

Im Konzentrationslager Buchenwald war er unter dem Name Johann Serdynski registriert. Welchen Namen er selbst benutzte, ist angesichts der verschiedenen Unterlagen und unterschiedlichsten Schreibweisen nicht mehr nachzuvollziehen.

Jan Serdynski wurde 50 Jahre alt.

Er kam am 4. April 1891 in Radokowa/Raków, Sambor, in Galizien zur Welt. Als er geboren wurde, gehörte die Region zu Österreich-Ungarn, später war sie Teil von Polen. Die heutige Stadt Sambir gehört nach einer wechselvollen Geschichte seit 1991 zur Ukraine. Sie liegt circa 74 km südwestlich der Stadt Lwiw (damals Lemberg) und ist östlich 40 km von der polnischen Grenze entfernt.

Nach dem Tod von Jan Serdynski „verwaltete“ das KZ-Buchenwald den „Nachlass“, 26. Januar 1942
Quelle: [Akte von Serdynski, Jan/Inhaftierungsdokumente/Lager und Ghettos/Konzentrationslager Buchenwald/7095028/ITS Digital Archive, Arolsen Archives]
Doc-ID: https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7095028
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Franz Kalinowski (1903 – 1942)

Franz Kalinowski wurde 39 Jahre alt.

Er kam am 5. Juni 1903 in Kulm, Westpreußen zur Welt. Die Stadt gehört heute zu Polen, ihr Name ist Chełmno. Familie Kalinowski war katholisch, der Vater arbeitete als Bergmann. Aus diesem Grund war sie vermutlich auch nach Gelsenkirchen gekommen. Im Jahr 1918, im Alter von 15 Jahren, ging Franz Kalinowski für drei Monate nach Mainz, mit 18 Jahren war er für zwei Monate in Hamburg. Vielleicht verdingte er sich dort als Arbeiter? Diese Informationen stammen von der Gelsenkirchener Meldekarte. Darauf ist auch zu sehen, dass Franz Kalinowski als Beruf „Arbeiter-Bergmann“ angegeben hatte.

Meldekarte von Franz Kalinowski
Quelle: ISG, StadtA Ge, Meldekartei aus Gelsenkirchen 1931-1945.
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Karl Schilke ­(1884 – 1942)

Karl Schilke wurde 58 Jahre alt.

Er kam am 2. Februar 1884 in Sendzi, Kreis Samter in der preußischen Provinz Posen zur Welt. Während des Zweiten Weltkriegs gehörte die Region zum Wartheland, heute ist sie ein Teil Polens und heißt Szamotuły.

Karl Schilke war von Beruf Schmied und wie seine Frau Maria geborene Duschynski evangelisch. Sie lebten seit 1913 in Gelsenkirchen. Ihre fünf Kinder, drei Söhne und zwei Töchter, kamen im regelmäßigen Abstand von etwa 2 Jahren hier zur Welt. 1917 starb mit vier Jahren der älteste Sohn Johann, im Dezember 1923 wurde das jüngste Kind Friedrich geboren.

Die Grabplatte von „Gräberfeld 15“ auf dem Westfriedhof
Foto: ISG
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Heinrich van Eck (1903 – 1942)

Heinrich van Eck wurde 38 Jahre alt.

Sehr wenig ist über sein Schicksal bekannt. Am 5. Oktober 1903 wurde er in Essen-Katernberg geboren. Er war katholisch. Seine Mutter Gertrud van Eck geborene Waldus kam aus Wattenscheid. Sie arbeitete als Dienstmädchen, die häufigen Adresswechsel auf der Meldekarte bezeugen dies eindrücklich. Ein Jahr nach der Geburt von Heinrich bekam Gertrud van Eck noch eine Tochter. Beide brachte sie möglicherweise zu ihren Eltern. Über den Vater Johann van Eck konnten keine weiteren Informationen eingeholt werden, möglicherweise lebte er in den Niederlanden, wie auf der Meldekarte notiert wurde. Vielleicht starb er dort? Auf Heinrich van Ecks Meldekarte steht, er sei 1904 nach Eickel, in die Koloniestraße 19a gezogen. Auch wird erwähnt, dass er bei „Löbbert“ wohne, das könnte auch auf eine Pflegefamilie für den damals einjährigen Jungen hinweisen.

Die Grabplatte von „Gräberfeld 15“ auf dem Westfriedhof
Foto: ISG
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Josef Miecznikowski (1923 – 1944)

Josef Miecznikowski wurde 20 Jahre alt.

Josef Miecznikowski wurde am 14. April 1923 in Bochum geboren und römisch-katholisch getauft. Er wohnte bei seiner Mutter Julie und seinem Stiefvater Josef Jakubowski in der Gelsenkirchener Herzstraße und erlernte den Beruf des Tiefbauarbeiters. Nach späterer Aussage seiner Mutter war er in seiner geistigen Entwicklung beeinträchtigt, möglicherweise verhaltensauffällig.

Brief der Mutter an die Lagerverwaltung des Konzentrationslagers Weimar-Buchenwald, 19. April 1944
Quelle: [Akte von Mieznikowski, Josef/Inhaftierungsdokumente/Lager und Ghettos/Konzentrationslager Buchenwald 6629430/ITS Digital Archive, Arolsen Archives]
DocID: https://collections.arolsen-archives.org/de/document/6629430
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August Engler (1886 – 1938)

August Engler wurde 51 Jahre alt.

Er wurde 21. August 1886 im schlesischen Sagon, Kreis Johannisburg, geboren und lebte seit 1904 in Gelsenkirchen. Wie aus Dokumenten zu erfahren ist, war er Sozialdemokrat und Gewerkschafter, darüber hinaus vor 1933 Kassierer des Bergarbeiterverbandes, Zugführer des Gelsenkirchener Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und im atheistischen Freidenkerverband. Mit seiner Frau Auguste hatte er zwei Töchter, Anna und Emma. Emma starb bald nach der Geburt. August Engler war Bergmann und am Tage seiner Inhaftierung arbeitslos.

Der Grabstein von August Engler im Gräberfeld der zivilen Bombenopfer, Januar 2023
Foto: ISG
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