Unerforschter Briefwechsel aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs
Beitrag von Daniela Mysliwietz-Fleiß
„‚Klärchen‘ und ‚Heini‘ – eine Liebesgeschichte mitten im Krieg“ – „Heinrich, der Luftwaffensoldat und Anhänger des Nationalsozialismus und sein Leben während des Krieges“ – „Das Leben in Gelsenkirchen im Zweiten Weltkrieg“
Zu allen diesen Themen mag der Bestand „Wollenweber“ Auskunft geben, der jüngst aus privater Hand ins ISG abgegeben und vorerst oberflächlich erschlossen wurde. Fast 400 handschriftliche Briefe von Klara, geborene Kempener (Jg. 1912) und Heinrich (Jg. 1908) Wollenweber aus den Jahren 1933 bis 1944 sind in dem Bestand enthalten.
Briefe von “Heini” und “Klärchen” aus der Sammlung S 111 Wollenweber.
Meine Zeit als FSJlerin im ISG ist bald vorbei und ich würde euch gerne noch mein FSJ-Projekt vorstellen und mich verabschieden.
Da ich gemerkt habe, dass viele Nutzerinnen und Nutzer, die das ISG besucht haben nicht genau wussten, wie die Nutzung des Archivs funktioniert, kam ich auf die Idee eine kleine Anleitung dafür zu machen.
Also habe ich eine Broschüre über die Nutzungsmöglichkeiten des Archivs gezeichnet. Sie zeigt zum einen die unterschiedlichen Schritte einer Personenstandsanfrage und zum anderen die Abläufe eines Lesesaalbesuchs. Meine Broschüre besteht aus gezeichneten Figuren im Manga-Stil und informativen Textblöcken. Dafür habe ich über die Abläufe im Archiv recherchiert und habe mit den Archivarinnen im ISG über die Arten der Benutzung gesprochen. Ziel des Projektes ist es also, den Nutzern des Archivs eine praktische Anleitung für ihren Archivbesuch oder ihre Anfrage zu bieten.
Die Arbeit am Projekt hat mir wirklich Spaß gemacht und ich konnte dadurch viel über die Abläufe im Archiv lernen. Die Broschüre wurde bereits beim Tag der offenen Tür des Stadtarchivs ausgelegt und von vielen Besuchern genutzt. Ich hoffe, dass sie ihren Zweck erfüllt und den Leuten hilft das Archiv zu nutzen.
Insgesamt hat mir das Jahr hier im Stadtarchiv wirklich weitergeholfen. Dank der Unterstützung meiner netten Kolleginnen und Kollegen konnte ich mich weiterentwickeln und einen neuen Weg einschlagen. Ich freue mich auf die Zukunft, aber werde die Arbeit und meine Kolleginnen und Kollegen hier sehr vermissen.
Jeder Schalke-Fan erinnert sich an die Saison 1996/1997, oder?
Wie ist denn das Spiel am 12.4.1997 gegen SV Werder Bremen ausgegangen? Wer stand im Kader? Wer hat das Spiel gepfiffen? Wie war der restliche Saisonverlauf? Und was sagt die Presse? Hmm… oder doch selektive Wahrnehmung auf das Saison-prägende Ereignis?
Heute möchten wir euch ein ganz besonderes Projekt vorstellen… Nicht etwa, weil die Anfrage an sich für uns so ungewöhnlich war – Einblicke in die lokalen Zeitungen von 1946-1965 – sondern weil das Projekt hinter dieser Anfrage erzählt werden muss. Olaf Mester, Jahrgang 1969, Realschul-Lehrer für Deutsch und Erdkunde erzählt euch am besten seine Geschichte selbst:
Olaf Mester hinter den bereits fertiggestellten Schalke-Chroniken (Foto: Olaf Mester)
Sie muss ein echtes Original gewesen sein, sprach fließend Plattdeutsch, hatte einen ausgeprägten Sinn für Humor und half in Buer-Hassel zwischen 1910 und 1953 über 4.000 Kindern auf die Welt. Die Rede ist von Hebamme Anna Clasen, geb. Flöhr, verwitwete Laufenberg, deren Wirken nun in einer kleinen Sammlung, die dem ISG aus privater Hand übergeben wurde, dokumentiert ist.
Zwischen Kneipe und Kaffeehaus – Gastronomiegeschichte in Gelsenkirchen
Heute ist #Digitaltag – Ein bundesweiter Aktionstag zur digitalen Teilhabe. Er soll Digitalisierung mit zahlreichen Aktionen für alle Bürgerinnen und Bürger alltagsnah erlebbar machen. Überall in Deutschland sollen Menschen am Digitaltag bei verschiedenen Veranstaltungsformaten zusammenkommen, um gemeinsam digitale Technologien zu entdecken und besser kennenzulernen.
Wir nutzen den Tag, um euch 20 Fotos unter dem Motto “Zwischen Kneipe und Kaffeehaus – Gastronomiegeschichte in Gelsenkirchen zu zeigen”. Einige Fotos wurden uns von euch zur Verfügung gestellt. Unter allen Einreichenden verlosen wir einen Stadtfilm von 1974. Der Gewinner/die Gewinnerin wird per Mail benachrichtigt. Wir wünschen euch viel Freude beim Durchklicken und beim Schwelgen in Erinnerungen an Kneipen-, Café- und Restaurantbesuche vergangener Tage!
Café Neumann an der Bismarckstraße 119, 1965 👉 Sabine Soeldner schreibt: “Maifeier im Café Neumann mit Blaskapelle und meiner Mutter Christa Söldner als Bedienung.” (Foto: privat)
Archivgut privater Herkunft birgt oft spannende Informationen, die einen Teil einer Familiengeschichte beleuchten und nicht immer leicht zu vervollständigen sind – so auch in diesem Fall.
Im Oktober 1952 feierte das Ehepaar Hermann und Charlotte Voorgang an der Weberstraße 32 seine diamantene Hochzeit. Die Presse berichtete: 1888 lernten sich die beiden in seinem Textilgeschäft am Neumarkt kennen und führten zusammen diese und weitere Filialen über Jahrzehnte hinweg; die Liebe habe sie in „schweren und glücklichen Zeiten begleitet“.
Briefkopf des Geschäfts Hermann Voorgang an der Bahnhofstraße 15, 1904 (Na 104, 32)
Am 06.09.2023 fand die Unterzeichnung einer neu gefassten Notfallvereinbarung für den Notfallverbund mittleres Ruhrgebiet statt, dem das ISG bereits seit 2015 angehörte.
Oberbürgermeisterin von Gelsenkirchen, Karin Welge (2. v.r.), bei der Unterzeichnung der Notfallvereinbarung in der Villa Hügel in Essen. Bildrechte: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Mitglieder des Verbunds sind: Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (ISG), Stadtarchiv Bochum, Haus der Essener Geschichte, Bistumsarchiv Essen, Essener Domschatz, Historisches Archiv Krupp, Martin-Opitz-Bibliothek Herne, Stadtarchiv Herne, Stadtarchiv Bottrop.
Für die Reinigung und Umverpackung der historisch wertvollen Werksakten erhält das ISG erstmals eine Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) aus Sondermitteln des Bundes. Der Antrag des ISG bei der Koordinierungsstelle für den Erhalt des schriftlichen Kulturguts (KEK) wurde positiv beschieden. (www.kek-spk.de)
Der Bestand der Werksakten umfasst ca. 3000 Stehordner. Foto: ISG
Bei den Werksakten aus Gelsenkirchen handelt sich um einen nahezu einzigartigen Quellenbestand. Er gibt Einblicke in die Expansion, die Krisen und den Wandel der Ruhrindustrie und des Ruhrgebiets zwischen der Mitte des 19. und dem frühen 21. Jahrhundert. Die Akten erfassen somit eine zentrale Epoche der deutschen Industrie- und Wirtschaftsgeschichte.
Wir zeigen eine virtuelle Fotoausstellung im Rahmen des Digitaltags 2023
Im Rahmen des bundesweit stattfindenden Digitaltages am 16. Juni 2023 präsentieren wir Fotos rund um das 50jährige Jubiläum des Parkstadions. Es werden dabei bislang unveröffentlichte Bilder aus Beständen des Stadtarchivs, des Schalker Vereinsarchivs sowie private Fußballerinnerungen gezeigt. Darunter sind Klassiker wie Spielszenen des Eröffnungsspiels gegen den SC Feyenoord Rotterdam im August 1973 oder Aufnahmen der Fußball-WM 1974, aber auch Raritäten wie historische Eintrittskarten oder die Baudokumentation des „Großstadions Berger Feld“ zu finden.
Armin Seiffert aus Soest stellte uns diese Eintrittskarte zum Eröffnungsspiel am 04.08.1973 gegen Feyenoord Rotterdam zur Verfügung. Der damals 20jährige verfolgte das Spiel live und bewahrte die Karten als „etwas Besonderes in bescheidenen Jahren“ auf.„„Ich geh‘ auf Schalke! – 50 Jahre Parkstadion““ weiterlesen
Wenn man an historische Quellen im Archiv denkt, hat man als Laie vermutlich noch immer staubige Aktenbündel vor Augen, die übereinandergestapelt in dunklen Kellern vor sich hinschlummern. Aber weit gefehlt: Auch die Stadtverwaltung wird digitaler und geht mit neuen medialen Angeboten auf die Bürgerinnen und Bürger zu. Diese sind das Archivgut von morgen, denn ohne die digitalen Quellen bliebe irgendwann ein schwarzes Loch, unsere Gegenwart wäre nicht aussagekräftig erforschbar.
Seit März 2022 veröffentlicht die Stadt Gelsenkirchen einen eigenen Podcast unter dem Titel „Das GEhört sich so“. Er bildet das Stadtgeschehen nicht nur für die Menschen von heute ab, sondern auch für zukünftig Interessierte. Das Stadtarchiv Gelsenkirchen archiviert den Podcast und die dazugehörigen Transskripte ab sofort dauerhaft.