Der Winter 1946/47 sollte einer der härtesten seit Jahrzehnten werden. Die meisten Menschen in Gelsenkirchen hatten der Eiseskälte, die bis in die Knochen drang, kaum was entgegenzusetzen. Viele lebten eng zusammengedrängt in Notunterkünften, improvisierten Wohnungen und mit geringster Möblierung. Oft hatten sie weder Elektrizität noch Kohle. Die Menschen froren – und sie hungerten. Die Lebensmittelkarten deckten nur einen Teil des wirklichen Bedarfs ab. Durch Tauschgeschäfte und Hamsterfahrten versuchten viele, die direkte Not zu lindern.
Besonders betroffen von der Knappheit waren die etwa 60.000 Kinder in Gelsenkirchen. Sie litten unter der extremen Mangelernährung noch einmal mehr, da sie im Wachstum waren. Die Essensrationen der Schulspeisung, die von der Britischen Besatzungsmacht angeboten wurden, reichten für die jungen Menschen einfach nicht aus. Dazu kam, dass viele Kinder und Jugendliche unzureichendes Schuhwerk und verschlissene Bekleidung trugen, beides konnte im kalten Winter lebensgefährlich werden. Viele Kinder starben an schweren Infektionserkrankungen oder an Unterernährung. Die notdürftige Unterkunft tat das ihrige dazu.








