Unerforschter Briefwechsel aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs
Beitrag von Daniela Mysliwietz-Fleiß
„‚Klärchen‘ und ‚Heini‘ – eine Liebesgeschichte mitten im Krieg“ – „Heinrich, der Luftwaffensoldat und Anhänger des Nationalsozialismus und sein Leben während des Krieges“ – „Das Leben in Gelsenkirchen im Zweiten Weltkrieg“
Zu allen diesen Themen mag der Bestand „Wollenweber“ Auskunft geben, der jüngst aus privater Hand ins ISG abgegeben und vorerst oberflächlich erschlossen wurde. Fast 400 handschriftliche Briefe von Klara, geborene Kempener (Jg. 1912) und Heinrich (Jg. 1908) Wollenweber aus den Jahren 1933 bis 1944 sind in dem Bestand enthalten.
Briefe von “Heini” und “Klärchen” aus der Sammlung S 111 Wollenweber.
Am 27.7. begannen die die Elektriker die Lichtanlage einzubauen. Die LED-Leuchten verteilen sich auf mehrere Leuchtgruppen, die unabhängig voneinander gesteuert werden können und über Bewegungsmelder aktiviert werden. So ist gewährleistet, dass das Licht immer an der richtigen Stelle leuchtet, ohne jedes mal den gesamten Keller zu bestrahlen.
Die erste Augustwoche stand dem Licht gegenüber ganz im Zeichen des Bodens: Das Oberflächenschutzsystem wurde auf den Boden aufgetragen. Es besteht aus einer Grundierung und einer Versiegelung im Farbton RAL 7001, einem hellen Grauton. Nachdem die Farbe getrocknet ist, werden noch die Trennfugen neu versiegelt.
Foto: ISGFoto: ISG
Sobald der Boden wieder begehbar ist, werden die Lüftungsleitungen aus dem Magazin hinaus verlegt, da diese im Bereich der Regalanlage gestört hätten.
Meine Zeit als FSJlerin im ISG ist bald vorbei und ich würde euch gerne noch mein FSJ-Projekt vorstellen und mich verabschieden.
Da ich gemerkt habe, dass viele Nutzerinnen und Nutzer, die das ISG besucht haben nicht genau wussten, wie die Nutzung des Archivs funktioniert, kam ich auf die Idee eine kleine Anleitung dafür zu machen.
Also habe ich eine Broschüre über die Nutzungsmöglichkeiten des Archivs gezeichnet. Sie zeigt zum einen die unterschiedlichen Schritte einer Personenstandsanfrage und zum anderen die Abläufe eines Lesesaalbesuchs. Meine Broschüre besteht aus gezeichneten Figuren im Manga-Stil und informativen Textblöcken. Dafür habe ich über die Abläufe im Archiv recherchiert und habe mit den Archivarinnen im ISG über die Arten der Benutzung gesprochen. Ziel des Projektes ist es also, den Nutzern des Archivs eine praktische Anleitung für ihren Archivbesuch oder ihre Anfrage zu bieten.
Die Arbeit am Projekt hat mir wirklich Spaß gemacht und ich konnte dadurch viel über die Abläufe im Archiv lernen. Die Broschüre wurde bereits beim Tag der offenen Tür des Stadtarchivs ausgelegt und von vielen Besuchern genutzt. Ich hoffe, dass sie ihren Zweck erfüllt und den Leuten hilft das Archiv zu nutzen.
Insgesamt hat mir das Jahr hier im Stadtarchiv wirklich weitergeholfen. Dank der Unterstützung meiner netten Kolleginnen und Kollegen konnte ich mich weiterentwickeln und einen neuen Weg einschlagen. Ich freue mich auf die Zukunft, aber werde die Arbeit und meine Kolleginnen und Kollegen hier sehr vermissen.
Jeder Schalke-Fan erinnert sich an die Saison 1996/1997, oder?
Wie ist denn das Spiel am 12.4.1997 gegen SV Werder Bremen ausgegangen? Wer stand im Kader? Wer hat das Spiel gepfiffen? Wie war der restliche Saisonverlauf? Und was sagt die Presse? Hmm… oder doch selektive Wahrnehmung auf das Saison-prägende Ereignis?
Heute möchten wir euch ein ganz besonderes Projekt vorstellen… Nicht etwa, weil die Anfrage an sich für uns so ungewöhnlich war – Einblicke in die lokalen Zeitungen von 1946-1965 – sondern weil das Projekt hinter dieser Anfrage erzählt werden muss. Olaf Mester, Jahrgang 1969, Realschul-Lehrer für Deutsch und Erdkunde erzählt euch am besten seine Geschichte selbst:
Olaf Mester hinter den bereits fertiggestellten Schalke-Chroniken (Foto: Olaf Mester)
Der Bergbau hat die Geschichte der Stadt Gelsenkirchen maßgeblich geprägt. Zahlreiche Geschichtskreise, Bergbauvereine, Einrichtungen und Initiativen in Gelsenkirchen engagieren sich, um die Erinnerung an das Bergbau-Erbe wachzuhalten und seine Traditionen zu bewahren.
Hier ist eine aktuelle Liste (Stand 04/2025) inklusive Kontaktdaten:
Am 06.09.2023 fand die Unterzeichnung einer neu gefassten Notfallvereinbarung für den Notfallverbund mittleres Ruhrgebiet statt, dem das ISG bereits seit 2015 angehörte.
Oberbürgermeisterin von Gelsenkirchen, Karin Welge (2. v.r.), bei der Unterzeichnung der Notfallvereinbarung in der Villa Hügel in Essen. Bildrechte: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Mitglieder des Verbunds sind: Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (ISG), Stadtarchiv Bochum, Haus der Essener Geschichte, Bistumsarchiv Essen, Essener Domschatz, Historisches Archiv Krupp, Martin-Opitz-Bibliothek Herne, Stadtarchiv Herne, Stadtarchiv Bottrop.
Für die Reinigung und Umverpackung der historisch wertvollen Werksakten erhält das ISG erstmals eine Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) aus Sondermitteln des Bundes. Der Antrag des ISG bei der Koordinierungsstelle für den Erhalt des schriftlichen Kulturguts (KEK) wurde positiv beschieden. (www.kek-spk.de)
Der Bestand der Werksakten umfasst ca. 3000 Stehordner. Foto: ISG
Bei den Werksakten aus Gelsenkirchen handelt sich um einen nahezu einzigartigen Quellenbestand. Er gibt Einblicke in die Expansion, die Krisen und den Wandel der Ruhrindustrie und des Ruhrgebiets zwischen der Mitte des 19. und dem frühen 21. Jahrhundert. Die Akten erfassen somit eine zentrale Epoche der deutschen Industrie- und Wirtschaftsgeschichte.
Wenn man an historische Quellen im Archiv denkt, hat man als Laie vermutlich noch immer staubige Aktenbündel vor Augen, die übereinandergestapelt in dunklen Kellern vor sich hinschlummern. Aber weit gefehlt: Auch die Stadtverwaltung wird digitaler und geht mit neuen medialen Angeboten auf die Bürgerinnen und Bürger zu. Diese sind das Archivgut von morgen, denn ohne die digitalen Quellen bliebe irgendwann ein schwarzes Loch, unsere Gegenwart wäre nicht aussagekräftig erforschbar.
Seit März 2022 veröffentlicht die Stadt Gelsenkirchen einen eigenen Podcast unter dem Titel „Das GEhört sich so“. Er bildet das Stadtgeschehen nicht nur für die Menschen von heute ab, sondern auch für zukünftig Interessierte. Das Stadtarchiv Gelsenkirchen archiviert den Podcast und die dazugehörigen Transskripte ab sofort dauerhaft.
“Riga. Deportationen. Tatorte. Erinnerungskultur”, heißt eine bewegende Ausstellung des Riga-Komitees, die seit einigen Wochen im Wissenschaftspark zu sehen ist. Sie wurde nun erweitert.
Foto: ISG
Seit dem 12. April 2022 wird die Ausstellung des Riga-Komitees durch elf Roll-Up Banner ergänzt, die sich besonders mit der Deportation von Gelsenkirchen nach Riga am 27. Januar 1942 befassen.
Foto: ISG
Die Ausstellung stellt zahlreiche Biografien von Deportierten vor, beschreibt aber auch die Abläufe, die Situation vor Ort und die Täter. Die Inhalte wurden von der AG “Erinnerungsort Wildenbruchplatz” erarbeitet und sind ein Ergebnis monatelanger Recherchen in verschiedenen Archiven, darunter auch das Gelsenkirchener Stadtarchiv.
Foto: ISG
Die Ausstellung kann noch bis zum 13. Mai 2022 besucht werden.
Foto: ISG
Der Wissenschaftspark ist von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet.
August Engler steht im Zentrum der siebten Ausgabe unseres Podcasts. David und Holger haben sich auf die Spuren eines politisch aktiven Bergmannes gegeben, der wegen einer Aktion vor dem Gelsenkirchener Arbeitsamt verhaftet wurde. Das Gespräch zeichnet seinen Weg von dort in das KZ Buchenwald, wo er auch verstarb, bis zur Bestattung in der Heimat nach. Die Recherche hat viel in Erfahrung gebracht, vor allem dank der Briefe aus Buchenwald von August Engler – und noch viele Fragen. Die Spurensuche hat, wie so viele, ein vorläufiges Ende; vielleicht lassen sich weitere Quellen finden.