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Die Frau, die „Buronia“ ins Leben half

Sie muss ein echtes Original gewesen sein, sprach fließend Plattdeutsch, hatte einen ausgeprägten Sinn für Humor und half in Buer-Hassel zwischen 1910 und 1953 über 4.000 Kindern auf die Welt. Die Rede ist von Hebamme Anna Clasen, geb. Flöhr, verwitwete Laufenberg, deren Wirken nun in einer kleinen Sammlung, die dem ISG aus privater Hand übergeben wurde, dokumentiert ist.

Ausschnitte aus der Sammlung 102

Clasen wurde am 6. Juli 1878 in Recklinghausen geboren und legte im Februar 1910 vor der Hebammen-Prüfungskommission in Elberfeld ihre Prüfung ab. Sie heiratete den Bergmann Peter Laufenberg, der auf Zeche Bergmannsglück arbeitete und zog daher nach Hassel, wo sie bis an ihr Lebensende blieb.

Bei der Geburt der „Buronia“ Gerda Lamche im Jahr 1922, der 100.000. Einwohnerin Buers, die der Stadt zur Anerkennung als Großstadt verhalf, war sie dabei.

Ein Tagebuch von 1948 enthält Aufzeichnungen über sämtliche von ihr begleiteten Geburten mit Angaben zu Größe und Kopfumfang der Neugeborenen sowie zum Gesundheitszustand der Wöchnerinnen – auch aus medizinhistorischer Sicht sehr interessant.

Sammlung 102 – Tagebuch

Sie verstarb an ihrem 85. Geburtstag und hinterließ sieben Kinder, zehn Enkel und zahlreiche Urenkel. Ein Zeitungsartikel von 1958 zitiert sie mit den Worten „Ek bi fast an ganz Hassel schuld.“ – vermutlich gab es in Hassel wirklich kaum eine Familie, die Anna Clasen nicht kannte.

Die Sammlung trägt die Signatur S 102 und kann im Lesesaal des Stadtarchivs eingesehen werden. Lediglich die personenbezogenen Daten des Tagebuchs dürfen aufgrund der noch laufenden Schutzfristen nicht vorgelegt werden.


OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
plenz (3. April 2025). Die Frau, die „Buronia“ ins Leben half. GE:schichte. Abgerufen am 9. September 2026 von https://doi.org/10.58079/13of7


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